

Der Begriff "Systemisches Coaching" hat sich im Weiterbildungssektor mehr und mehr etabliert. Was ist jedoch genau gemeint, wenn dieser Begriff gebraucht wird?
Systemisch zu arbeiten bedeutet, eine Loslösung vom eindimensionalen Ursache-Wirkungs-Denken.
Wir alle sind:
beruflich (Kollegen, Vorgesetzte, Kunden,
Zulieferer, …)
familiär (Kinder, Partner, Eltern, Geschwister,
Verwandte)
und in unseren Sozialkontakten (Freunde, Vereine, Hobbys, …)
in zahlreiche Vernetzungen, vermeintliche Abhängigkeiten, Rechte und Pflichten eingebunden. Dem stehen wiederum zahlreiche persönliche, familiäre, fremde und beruflich wichtige Bedürfnisse, Wünsche und Zielvorgaben gegenüber. Dahinter verbirgt sich eine Vielfalt der verschiedensten Menschen, mit ihren unterschiedlichen Charakteren, ihrer sich wiederholenden Verhaltens- und Denkmustern. (Un)geschriebene Gesetze, unsere Erziehung und unsere Glaubenssätze, die allgemeine Moral und Ethik, (in)offizielle Regeln, berufliche Zielsetzungen u.v.m.
Verbunden mit der eigenen Persönlichkeit, liefert das eigene subjektive Deutungsmuster den bisherigen Handlungsrahmen des Klienten, mit dem er nicht wirklich erfolgreich ist, den er im Coaching ändern und wandeln möchte.

Betrachtet man die Komplexität dieses Klientensystems, wird ersichtlich, dass eine eindimensionale - auf das einzelne Individuum reduzierte Sichtweise - hier nicht sinnvoll ist. Systemisch betrachtet gibt es DEN PERSÖNLICHEN ERFOLGSWEG nicht und auch keine immer gültigen Antworten auf Fragen gibt wie: Wie habe ich beruflich am meisten Erfolg? Was passiert wenn ich ……. sage, mache, unterlasse, forciere, verbiete……..
Das ist natürlich gerade für Menschen, die gerne die Kontrolle über alles haben, nicht so einfach zu akzeptieren. Doch gerade die Veranschaulichung des Domino-Effektes, den wir alle tag- täglich erleben, macht einen wichtigen Baustein des Systemischen Coachings aus.
Im Systemischen Coaching wird der Klient - eingebunden in seinem System - als Experte in eigener Sache gesehen. Daraus definiert er mit Unterstützung des Coachs die Vorgehensweise. Ziel eines Systemischen Coachings ist:
Die Eigen- und Fremdwahrnehmung realitätsnah zu gestalten,
die Selbstreflexion und -organisationsfähigkeit des Klienten auf- auszubauen
und damit sein Handlungspotential größtmöglich zu erweitern.
Systemisches Coaching ist eine Prozessbegleitung auf dem schmalen Weg zwischen selbstverantwortlichem, selbstbestimmtem erfolgreichen Denken und Handeln unter der realitätsnahen Berücksichtigung der sich selbst definierenden Vorgaben des Systems.